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leerraum




Der Beginn der Installation ist das Ende der Installation. Der Leerraum verschwindet. Das Nichts wird ersetzt durch ein Etwas. Das Etwas ist das Gegenteil der Leere, die keine bloße Inexistenz bedeutet, sondern die noch-Abwesenheit des Einen. Die Leere ist nicht Nichts, sondern vielmehr konstitutive Bedingung. Sie ist Möglichkeitsraum des Vielen. Jeder Schritt auf die fertige Installation zu bringt ein Abtöten von Möglichkeiten mit sich. Ein Auslöschen des Anderen, des unendlich Vielen, das ein jeweiliger Ort als Kontrastfolie zulässt.

So, wie der Film nie hält, was der Vorspann in all seiner Offenheit verspricht, so bricht auch der Möglichkeitsraum der Installation unter der Last des Einen, des klar Gesagten, des wohl Definierten, zusammen. Die Hoffnung wäre, einmal etwas zu machen, das weniger viel sagt. Das ist, ohne zu nehmen. Aber alles Gemachte ist immer schon-zu-viel-gesagt, immer schon-zu-konkret-geworden; ist somit allenfalls befristet, nie aber endgültig gut.



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Installationen machen ist Bauen ins Leere. Es geht nicht um das Schaffen von Dauerhaftem, nicht in einem materiellen Sinn. Es geht um das Machen von etwas das Bestand hat im Möglichkeitsraum, im Leerraum des potentiell Sagbaren, Denkbaren, Wahrnehmbaren, Erfahrbaren (die alle nicht losgelöst voneinander, sondern nur im Verbund miteinander existieren und stets in Gestalt eines konkreten Orts gegeben sind).  



Benno Hinkes © Über Kunst - Leerraum