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raumeinbau 1




Die Installation RAUMEINBAU 1 besteht in einem leeren weißen Raum mit grauem Fußboden. Beleuchtet wird er mittels einer einfachen Glühbirne in der Raummitte. An zwei gegenüberliegenden Zimmerwänden sind vertieft Fenster eingelassen. Auf einer Seite drei längliche Fenster nebeneinander; auf der anderen Seite ein kleineres, quadratisches. Alle Fenster sind auf die gleiche Weise gebaut: Sie bestaehen aus einer Doppelverglasung, die vordere Scheibe ist transparent, die hintere rückseitig schwarz. Die Fensterscheiben und Fensterrahemn sind mit Gummiprofilen gefasst, ähnlich den Scheiben von Autos, U-Bahnen, Straßenbahnen. Anders als reale Fenster besitzen sie aber weder Fensterangeln noch Griffe, die ein Öffnen erlauben würden. Die drei vertikal geformten Fensterkästen sind tiefer in die Wand eingelassen; das kleine quadratische Fenster gegenüber steht weiter vor und ragt in den Raum hinein.  

Hinter den beiden Wandseiten, an denen sich die Fenster befinden, sind Lautsprecher montiert, die einen niederfrequentierten Brummton erzeugen. Auf Grund akustischer Interferenzen wird der Ton in der Mitte des Raumes nahezu ausgelöscht und allein als unbestimmter Ohrdruck erfahrbar, während er mit zunehmender Annäherung an eine der beiden Wandseiten an Volumen gewinnt.  



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Geschilderte Wirkung:
Die einander direkt gegenüberliegenden, schwarzen und nicht zu öffnenden Doppelglasfenster erzeugen ein permanentes Umkippen der Erfahrung. Einerseits möchte man hinaussehen, was durch die Schwärze der Fenster, vor denen sich Dunkelheit auszubreiten scheint, verwehrt wird.  Andererseits entsteht durch die Intransparenz Scheiben der Eindruck, möglicherweise von Außen her beobachtet zu werden. Insbesondere das kleinere, quadratische und in den Raum hineinragende Fenster vermittelt diesen Eindruck. Dabei ist man alleine im Raum. Man wird auf die eigene Reflexion in den spiegelnden Scheiben zurückgeworfen. Man selbst ist Beobachtender und Beobachteter. Eine Annäherung an die Fenster ist möglich, allerdings erlaubt das Anschwellen des Tons, der die gesamte Wand leicht in Schwingung zu versetzen scheint, dies nicht längerfristig. Das Geräusch löst nicht nur die räumliche, sondern auch die zeitliche Orientierung auf. Gleichzeitig verstärkt es den Eindruck „in Etwas“ eingeschlossen zu sein, ohne dabei identifizieren zu können, was das Umgebende ist. Die Fenster erinnern einerseits an ein normales Zimmer, andererseits auf Grund ihrer Bauweise an Fahrzeugscheiben. Man könnte sich in einem Vehikel, einer geschlossenen Kapsel oder einem treibenden Etwas befinden.



Benno Hinkes © Installation - Raumeinbau 1