Bild "Installation-Benno-Hinkes-Raumeinbau2-Grundriss.jpg"



raumeinbau 2




Die Installation RAUMEINBAU 2 unterteilt das vorgefundene Zimmer in drei Raumabschnitte: einen zunächst zu betretenden düsteren Vorraum, einen daran anschließenden dunklen Mittelkorridor; und schließlich eine symmetrisch aufgebaute taghelle Doppelkammern. Im hinteren Teil jeder der beiden Kammerhälften ist ein Wartesitz montiert. Im vorderen Raumteil befindet sich ein Fenster, vor diesem ist ein unspektakulärer Ausschnitt des Außenraums (Garten) zu sehen. Die Fenster werden von einer künstlichen Lichtquelle von ober her beleuchtet. Über dem Wartesitz befindet sich eine kleine Öffnung, aus der heraus das Ticken einer Uhr zu hören ist.



Bild "Installation-Benno-Hinkes-Raumeinbau2-1.jpg"



Bild "Installation-Benno-Hinkes-Raumeinbau2-2.jpg"



Geschilderte Wirkung:
Nach der Erfahrung von RAUMEINBAU 1, dem Durchlaufen des düsteren Vorraums und des dunklen Eingangskorridors erscheint die Doppelkammer extrem hell. Der Ausblick aus dem Fenster auf einen realen Außenraum wirkt seltsam unwirklich.  Man weiß nicht, ob die Tageshelle vor diesem Fenster oder die Nacht vor den Fenstern von RAUMEINBAU 1 echt ist. Beide Raumerfahrungen mit ihrer jeweiligen Tageszeit stellen sich gegenseitig in Frage. Gesteigert wird die irritierende Wirkung durch das Vorhandensein von zwei identischen Kammern nebeneinander. Beide fordern durch ihre unbesetzten Wartesitze gleichermaßen zum Platz nehmen und aus dem Fenster Blicken auf. Man ist verleitet, die Sitz-/Beobachterposition immer wieder zu wechseln. Andererseits geschieht vor keinem der beiden Fenster etwas. Ein Tickgeräusch aus der kleinen Öffnung über dem Sitz verstärkt das Gefühl einer wachsenden inneren Unruhe bei gleichzeitiger Gewissheit des Beiwohnens des sich-Ereignens-von-Nichts.




Benno Hinkes © Installation - Raumeinbau 2